Spiel und Gegner beherrscht, aber nicht ins Schwarze getroffen: 0:0 bei Wismut Gera

Es gibt Tage, da geht eben nix: Das Gastspiel von INTER bei Wismut Gera am 5. Oberliga-Spieltag gehörte dazu. Eine Partie, in der unsere Erste sieben, acht hochkarätige Chancen herausspielte und den Gegner über weite Strecke dominierte, aber sich am Ende mit einem 0:0 zufrieden geben musste.
Dabei begann die Begegnung durchaus vielversprechend, mit mehreren Einschussmöglichkeiten für die Gäste. Mitte der ersten Halbzeit verflachte das Spiel dann etwas. Wismut Gera spielte bestenfalls mit, ließ nach vorn nur wenig Elan erkennen. Genau genommen hatten die Gastgeber eine halbe Chance.
Kurz vor der Halbzeit schaltete INTER dann noch einmal einen Gang hoch – sofort brannte es wieder vor dem Wismut-Kasten. Mit gleich zwei 100prozentigen Chancen innerhalb von 120 Minuten hätte Adrian Bravo das Spiel vorentscheiden können. Wunderbar freigespielt platzierte er das Leder am guten Geraer Schlussmann Nicolas Kriebel vorbei – und traf den Pfosten. Kurz danach wieder Adrian Bravo frei vorm Tor, diesmal konnte Kriebel ihm direkt den Ball abnehmen. Damit ging es in die Pause.
Im zweiten Durchgang kam Gera zwar etwas besser ins Spiel, ohne sich jedoch spielerische Vorteile verschaffen zu können, geschweige denn klare Tormöglichkeiten. INTER weiter am Drücker, aber auch bei den Messestädter war zu oft am gegnerischen Strafraum Schluss. Was darüber hinaus ging, wurde von der Wismut-Abwehr entschärft. Ein Lichtblick dann in der 76. Minute: Frank Baidoo steigt nach einem Freistoß zum Kopfball hoch, verfehlt den Geraer Kasten aber in aussichtsreicher Position.
Vier Minuten vor dem Ende hätte das Ganze noch böse für unsere Erste ausgehen können: Carsten Weis steht plötzlich mutterseelenallein im Leipziger-Strafraum, zwölf Meter vor Dimitris Kyriatzis drischt er das Leder allerdings weit am Tor vorbei. Im Gegenzug macht es Frank Baidoo nicht viel besser, statt den Ball im Tor zu versenken, tritt er in den Rasen (87.). Marcelo Franceschi hatte dann die Führung quasi mit dem Schlusspfiff doch noch auf dem Fuß, fand aber in Kriebel abermals seinen Meister (90.).
„Das Spiel hatte eigentlich nur einen Sieger verdient und das waren wir“, sagte Heiner Backhaus nach dem Schlusspfiff. Immerhin einen Punkt geholt, und damit mehr als in den vergangenen Jahren, weiter ungeschlagen in der Liga. Aber eben auch mit der Erkenntnis: Heute wäre mehr drin gewesen. „Jetzt wollen wir die Punkte unbedingt gegen Zorbau holen“, gab der Coach schon mal die Parole für das nächste Heimspiel aus. Angestoßen wird am Samstag, 22. September, um 14 Uhr im Hafenstadion von Torgau.