Seltsamer INTER-Auftritt in Thüringen: Nach einer überlegen geführten ersten Halbzeit und einer 2:0-Führung zur Pause (zweimal Shoshi) gaben die Leipziger das Spiel im zweiten Durchgang fast völlig aus der Hand. Insbesondere in der emotionalen Schlussphase hätte die um jeden Ball kämpfende junge Truppe der Gastgeber fast noch den Ausgleich geschafft. Ein Punkt, der nicht unverdient gewesen wäre. Doch es blieb lediglich beim Anschlusstreffer durch Paul Kirchner kurz nach dem Seitenwechsel. INTER fährt glücklich mit drei Punkten nach Hause.

Dabei hatte es für die Leipziger bei angenehmen äußeren Bedingungen in Nordhausen sehr gut begonnen. Schon kurz nach Anpfiff hämmert Lovro Sindik einen Freistoß direkt an den linken Pfosten der Gastgeber (3.). Gute zehn Minuten später setzt Marek Langr einen Kopfball nach Hädrich-Flanke knapp links am Ziel vorbei. Zum zweiten Mal rettet das Aluminium die Nordhausener vor einem Rückstand, aus fünf Metern köpft Arlind Shoshi an die Querlatte. Nur wenig später trifft er dann doch nach Vorarbeit von Marek Langr zur verdienten Führung (17., 0:1). Tzonatan Moutsa scheitert drei Minuten später am Führungsausbau. Abermals ist es dann Shoshi, der zum auch in dieser Höhe verdienten 2:0 aus Leipziger Sicht trifft. Vorbereiter war der immer agile Patrick Hädrich von der linken Seite (30., 0:2). Nach mehr als einer halben Stunde der erste und einzige Schuss der Gastgeber auf das INTER-Tor, Keeper Julian Knoll aber ohne Probleme. Ebenso pariert sein Gegenüber Lucas Treiber einen Schuss von Langr kurz vor der Halbzeit. Damit ging es in die Kabine.

Nach dem Seitenwechsel erzielt Wacker nach der vierten eigenen Ecke am kurzen Pfosten durch Paul Hans Kirchner den Anschlusstreffer. INTER kollektiv im Tiefschlaf, entsprechend lange Gesichter (52. 1:2). Die Gäste zeieg sich unverständlicherweise beeindruckt, die Überlegenheit der ersten Spielhälfte geht verloren, man verwickelt sich in Zweikämpfe, der Spielfluss ist komplett dahin. Nach 65 Minuten hat Marcelo Franceschi die Entscheidung auf dem Fuß, aber Torhüter Treiber taucht ab und lenkt den Ball zur Ecke. Auch der zweifache Torschütze Shoshi scheitert per Kopf nach der siebenten INTER-Ecke, Hüter Treiber verhindert abermals die vorzeitige Spielentscheidung (78.).

Und nun kommt tatsächlich, wie es kommen musste – die junge Mannschaft von Wacker Nordhausen wittert Morgenluft, wehrt sich gegen die drohende Niederlage sehenswert, wirft sich in jeden Ball! Die Schlussviertelstunde gehört eindeutig den Gastgebern. Torschütze Kirchner (mit einem Turbanverband  auf dem Kopf) überrennt fast die gesamte INTER-Abwehr, letztendlich klärt Ugis Moncevis (78.). Auch sein Schuss aus spitzem Winkel findet nicht sein Ziel (82.). Liese schießt in der Nachspielzeit aufs INTER-Tor, Keeper Knoll klärt reaktionsschnell zur Ecke. Die kommt rein und Polotzeks Kopfball wird auf der Linie geklärt – doch nicht der nunmehr verdiente Ausgleich für die Hausherren (90+2.).

Wenig später pfeift Schiedsrichterin Miriam Schweinefuß an ihrem (Frauen-)Ehrentag die Partie ab. Drei glückliche Punkte für INTER. Im obligatorischen Kreis nach dem Spiel kommt kein Jubel auf. Headcoach Levnaic lässt in seiner kurzen, aber intensiven Ansprache keinen Zweifel daran, was er von dem Spiel seiner Jungs insbesondere in der zweiten Halbzeit gehalten halt. Es gibt viel in den nächsten Tagen. (ea/hh)

 

Statistik

FSV Wacker Nordhausen II – FC International Leipzig (0:2) 1:2

Torfolge:

0:1 (17.Minute) Arlind Shoshi

0:2 (30. Minute) Arlind Shoshi

1:2 (52. Minute) Paul Hans Kirchner

Zuschauer: 115 (Kunstrasen AKS Nordhausen)

FSV Wacker Nordhausen II: Treiber (C); Ortlepp, Slix, Liese, Franz, Polotzek, König, Köhler, Kirchner, Seidel (75. Schneider), Dhaliwal

FC International Leipzig: Julian Knoll; Marek Langr (59. Iskander van Doorne), Arlind Shoshi (87. Denjel Muca), Dongmin Kim ©, Christopher Misaki (68. Arman Melkonyan), Marcelo Franceschi, Christos Iereidis, Patrick Hädrich, Lovro Sindik, Tzonatan Moutsa, Ugis Moncevics  – Ersatzspieler ohne Einsatz: Leonnel Mvogo Mballa (ETW); Raimision Dos Santos

Schiedsrichter: Miriam Schweinefuß (Rieder)

Schiedsrichter-Assistenten: Christian Wesemann, David Kawitzke

Ecken: 7:7 (3:2)